Wer an einer Säule die Ladekarte des Betreibers nutzt, zahlt fast immer weniger als ad hoc, im Median rund ein Viertel. Wer dort eine fremde Karte nutzt, zahlt öfter mehr als ad hoc als weniger. Der Ad-hoc-Preis liegt also zwischen den Kartenpreisen, und welche Wahl günstiger ist, entscheidet sich an der einzelnen Säule.
Auf einen Blick
- Der Ad-hoc-Preis an österreichischen DC-Ladepunkten unter 150 kW liegt im Median bei 0,70 € je kWh, an AC-Ladepunkten bei 0,56 € je kWh (E-Control-Ladestellenverzeichnis, 3.879 bzw. 25.930 Ladepunkte, Stand 15.10.2026).
- Der Eigennetztarif eines Kartenanbieters liegt an DC bei 35 von 37 Vergleichen unter dem Ad-hoc-Preis desselben Betreibers und in keinem Fall darüber, im Median 22,8 % darunter (Elio-Tarifbasis 3.0, Stand 15.10.2026).
- Eine fremde Ladekarte kostet an DC in 329 von 579 Vergleichen mehr als der Ad-hoc-Preis des Betreibers und in 218 weniger, im Median 5,1 % mehr (Elio-Tarifbasis 3.0, Stand 15.10.2026).
- 17 von 35 Kartentarifen verlangen eine monatliche Grundgebühr, im Median 6,99 €. Im Eigennetz deckt die Ersparnis gegenüber ad hoc diese Gebühr an DC im Median erst ab 34,7 kWh im Monat (Elio-Tarifbasis 3.0, Stand 15.10.2026).
Was kostet Laden ohne Karte in Österreich?
Ad hoc zahlt man den Preis, den der Betreiber der Säule für das Laden ohne Vertrag festlegt. Er steht an der Säule, und das österreichische Ladestellenverzeichnis der E-Control führt ihn je Ladepunkt. Elio liest diese Werte aus dem Verzeichnis, ein Wert je Ladepunkt, inklusive Umsatzsteuer.
Am 15.10.2026 führte das Verzeichnis für 39.655 Ladepunkte eine Ad-hoc-Angabe. Für den Vergleich zählen Preise je kWh ab 10 Cent; darunter liegende Werte behandelt Elio als Platzhalter oder Eingabefehler. Ladepunkte, die nur einen Minutenpreis melden oder als kostenlos geführt sind, bleiben außen vor. 80 % der DC-Ladepunkte unter 150 kW liegen zwischen 0,50 und 0,79 € je kWh, an AC zwischen 0,44 und 0,66 €.
Ist die Karte des Betreibers günstiger als ad hoc?
Fast immer. Gehört die Säule zum Netz des Kartenanbieters, gilt sein Preis im Eigennetz, und der liegt unter dem Ad-hoc-Preis oder gleichauf. An AC ist das Bild dasselbe wie an DC: In 40 von 42 Vergleichen lag der Eigennetztarif darunter, im Median 25,4 %, zweimal gleichauf. Ein Eigennetztarif über dem Ad-hoc-Preis kam in keinem Vergleich vor.
Das folgt aus den Rollen. Betreiber und Kartenanbieter sind im Eigennetz dasselbe Unternehmen, und es verkauft denselben Strom zwei Kundengruppen: Vertragskunden, die wiederkommen, und Durchreisenden ohne Vertrag. Wie die beiden Rollen zusammenhängen, erklärt Betreiber und Anbieter: Wem die Säule gehört.
Und mit einer fremden Karte?
An einer fremden Säule gilt der Preis im Roaming. Er liegt bei fast allen Karten über ihrem Eigennetzpreis, und damit rückt er in die Nähe des Ad-hoc-Preises oder darüber. An AC kostete sie in 376 von 620 Vergleichen mehr, im Median 7,1 % über dem Ad-hoc-Preis.
Die Spanne ist groß. An DC reicht sie von 38,1 % unter dem Ad-hoc-Preis des Betreibers bis 102,6 % darüber, also bis zum Doppelten. Ob eine Karte an einer Säule unter dem Ad-hoc-Preis liegt, hängt also von beiden ab: vom Roaming-Preis der Karte und vom Ad-hoc-Preis dieses Betreibers. Warum dieselbe Säule je Karte anders kostet, beschreibt Eigennetz und Roaming: Warum dieselbe Säule je Karte anders kostet.
Was ändert die Grundgebühr?
Die Vergleiche oben rechnen je kWh. Rund die Hälfte der Kartentarife verlangt zusätzlich eine monatliche Grundgebühr, die Spanne reicht von 1,98 bis 29,90 €. Ad hoc fällt keine an. Eine Karte mit Grundgebühr lohnt sich gegenüber ad hoc erst, wenn die Ersparnis je kWh über den Monat die Gebühr übersteigt.
Wie viel das ist, hängt vom Tarif ab. Gerechnet im eigenen Netz des Kartenanbieters gegen dessen Ad-hoc-Preis, liegt die Schwelle an AC im Median bei 41,5 kWh im Monat, an DC etwas darunter. Tarife mit niedriger Gebühr und großem Abstand zum Ad-hoc-Preis rechnen sich ab gut 12 kWh, Tarife mit hoher Gebühr erst ab über 140 kWh. Wer seltener lädt, fährt ad hoc auch dort günstiger, wo der Kartenpreis je kWh niedriger ist. Für die 18 Tarife ohne Grundgebühr gilt der Vergleich je kWh unverändert.
Beispiel
Ein Fahrzeug lädt 30 kWh an einem DC-Ladepunkt unter 150 kW. Die Annahmen:
- Ad-hoc-Preis: 0,70 € je kWh, der Median aus dem Ladestellenverzeichnis
- Karte A ist die Eigennetzkarte dieses Betreibers, rechnerisch 22,8 % unter dem Ad-hoc-Preis: 0,70 × 0,772 = 0,54 € je kWh
- Karte B ist eine fremde Karte, rechnerisch 5,1 % über dem Ad-hoc-Preis: 0,70 × 1,051 = 0,74 € je kWh
- Abrechnung je kWh, ohne Minutenpreis und ohne Belegungsentgelt; Karte A mit 6,99 € Grundgebühr im Monat, dem Median der Tarife mit Grundgebühr, Karte B ohne
Je Ladung:
| Zahlungsweg | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Ad hoc | 30 × 0,70 € | 21,00 € |
| Karte A, Eigennetz | 30 × 0,54 € | rechnerisch 16,20 € |
| Karte B, Roaming | 30 × 0,74 € | rechnerisch 22,20 € |
Karte A spart gegenüber ad hoc 4,80 € je Ladung. Bei 6,99 € Grundgebühr ist das ab der zweiten solchen Ladung im Monat ein Vorteil (1 × 4,80 € = 4,80 €; 2 × 4,80 € = 9,60 €). Karte B kostet an dieser Säule 1,20 € mehr als ad hoc. Die Zahlen sind Mediane, keine Preise eines bestimmten Anbieters; an einer konkreten Säule können beide Abstände deutlich größer oder kleiner sein.
Was das für einen Fuhrpark bedeutet
Ad hoc ist für einen Fuhrpark selten der Normalfall. Der Fahrer zahlt mit eigener oder Firmen-Bankkarte, und jede Ladung wird zum Einzelbeleg. Die Ladekarte rechnet dagegen monatlich gesammelt mit dem Unternehmen ab. Die Daten zeigen aber, dass die Karte an einer fremden Säule nicht automatisch die günstigere Wahl ist: Mehr als die Hälfte der Vergleiche fällt dort zugunsten von ad hoc aus.
Für den Fuhrpark folgt daraus zweierlei. Die Karte des Betreibers ist dort, wo die Flotte am häufigsten lädt, fast immer günstiger als ad hoc. An fremden Säulen hängt es an der einzelnen Säule, und diese Entscheidung trifft der Fahrer. Warum er dabei die Kosten nicht sieht, beschreibt Warum der Fahrer die Ladekosten nicht sieht.
Häufige Fragen
Kostet Schnellladen ab 150 kW ad hoc mehr?
Im Median nicht: An Ladepunkten ab 150 kW liegt der Ad-hoc-Preis bei 0,69 € je kWh (7.305 Ladepunkte), an DC darunter bei 0,70 €.
Wo sehe ich den Ad-hoc-Preis vor dem Laden?
An der Säule selbst und im Ladestellenverzeichnis ladestellen.at der E-Control. Warum dort der Kartenpreis fehlt, erklärt Preis an der Ladesäule: Warum der Kartenpreis dort fehlt.
Kann ich an jeder Säule ad hoc laden?
An Ladepunkten, die ab 13. April 2024 errichtet wurden, schreibt die AFIR ein verbreitetes Zahlungsmittel vor; ab 1. Jänner 2027 auch an älteren Ladepunkten ab 50 kW entlang des TEN-V-Straßennetzes (Art. 5 Abs. 1 der Verordnung (EU) 2023/1804).
Quellen und Stand
- Ad-hoc-Preise: E-Control-Ladestellenverzeichnis, je Ladepunkt aus der Elio-Stationsdatenbank, Export vom 15.10.2026, Werte beobachtet vom 23.09. bis 15.10.2026, inklusive Umsatzsteuer. Gezählt ab 10 Cent je kWh, ohne kostenlos geführte Ladepunkte; DC unter 150 kW, Schnellladen ab 150 kW getrennt.
- Kartenpreise: Elio-Tarifbasis 3.0, Datenstand 06.10.2026, 35 Kartenprodukte von 17 Anbietern; reguläre Preise und Grundgebühren ohne befristete Aktionen, Sonderpreise je Partnernetz eingerechnet, DC bei 50 kW, AC bei 11 kW. Die Preisvergleiche je kWh sind ohne Grundgebühr gerechnet; die Schwelle der Grundgebühr je Tarif gegen den Median der Ad-hoc-Preise seines eigenen Netzes.
- Vergleich: je Betreiber der Median seiner Ad-hoc-Preise gegen jeden Kartentarif mit kWh-Preis bei diesem Betreiber; jeder Betreiber zählt gleich, unabhängig von der Zahl seiner Ladepunkte. Gleichstand heißt höchstens 0,5 Cent Unterschied. Gerechnet am 15.10.2026.
- Die Methode beschreibt Wie die Elio-Tarifbasis entsteht: Quellen, Prüfung, Grenzen.
- Verordnung (EU) 2023/1804 (AFIR), Art. 5 Abs. 1, EUR-Lex.
- Nächste Prüfung dieses Artikels: 31.12.2026, mit dem nächsten Release der Tarifbasis und einem neuen Export des Ladestellenverzeichnisses.
Artikel aktualisiert am 15.10.2026